Begleite mich auf meinen Weg auf dem Kampf gegen die Kilos

Herbst 2015

 

Da stand ich nun. 

Vor der Tür prangerten in großen Buchstaben "ADIPOSITASZENTRUM"

Ich schämte mich, hier nun stehen zu müssen, fühlte mich gleichzeitig aber auch erleichtert. 

Als ich die Klinik betrat, spürte ich, wie mein Herz raste. ....

Nach der Anmeldung wurde ich in den Wartebereich gebeten. 

Es gab extra breite und stabile Stühle. 

Wow. Wie oft musste ich mich bei irgendwelchen Ärzten in viel zu enge Stühle mit Lehne quetschen.

Hier hatte ich nun Platz, was für ein Luxus. Was für Gedanken. Wieder schämte ich mich, soetwas in Anspruch nehmen zu müssen und erwischte mich insgeheim bei dem Gedanken, dass der Arzt hoffentlich auch dick ist und mich versteht. Aber was wäre das für ein Arzt, welcher adipösen Menschen helfen soll, aber selber fettleibig ist?! ..... Nein, doch keine so gute Idee. 

Bevor ich diesen Gedanken zu Ende dachte, rief mich der Arzt auch schon auf. 

Er war freundlich. Und nicht gleich so reserviert wie die meisten anderen Ärzte.

Es war zum Schluss egal, mit welchen Beschwerden ich zum Arzt ging - immer wurde ich nur flüchtig untersucht und bekam zu hören "Sie müssen abnehmen, dann werden die Beschwerden weggehen!"

Achsoooooo, ja klar. Schwupps, einfach abnehmen. Kein Problem. Da hätte ich auch selber drauf kommen können

Ich hätte dann bitte ein Rezept mit "40 Kilo Fett-weg" ...... 

Ich ärgerte mich sooft, ..... so eine Abnahme passiert nicht über Nacht, erst Recht nicht, wenn es mehr als 40 Kilo sind - also soll ich solange mit den Schmerzen rumlaufen und abnehmen und am besten noch viel Sport machen und meinen Körper mit Schmerztablettenchemie über Jahre vergiften,.... 

 

Nein, dieser Arzt war anders. 

Hm, er verdient sein Geld mit dicken Menschen wie mich - schoss es mir durch den Kopf. Aber dann bekam mein Verstand mal kurz Sendepause und ich genoss dieses wirklich offene und ehrliche Gespräch, wie ich es lange nicht mehr mit einem Arzt geführt habe. 

 

Zum Schluss sagte er, für mich gäbe es eigentlich nur noch einen Weg: Eine OP. Aber vorher muss ich 6 Monate ein Programm durchlaufen, das Multimordale Konzept - das MMK .

Ich bekam ganz viele Informationen, einen Stapel Zettel, Infohefte, Überweisungen, Auflagen - und einen neuen Termin in 4 Monaten, bis dahin musste ich das alles erledigt haben. Mein Kopf rauchte ..... 

 

Als ich die Klinik dann verlassen hatte, hielt ich an einer Bank, setzte mich und  musste erst einmal innehalten.

 

Ich fühlte mich, als stünde ich am Fuße eines riesigen Berges und diesen galt es nun zu bezwingen

 

Aber egal, wie weit der Weg auch ist - 

er beginnt mit dem ersten Schritt. 

 

Und den habe ich heute getan. 

 

 

Viele viele weitere würden noch folgen - vor mit lag ein Weg mit Umwegen, Steinen, ...... Hoffnung, Tränen ....... und immer das Ziel vor Augen