Begleite mich auf meinen Weg auf dem Kampf gegen die Kilos

Meine Untersuchung beim MDK

 

14. Mai 2016

Nach 3 Wochen des Hoffens und Bangens kam endlich ein Brief meiner Krankenkasse. 

Ich öffnete ihn mit zittrigen Händen .... 

Aber .... es war weder Ablehnung, noch Zusage, sondern vielmehr der Hinweis auf zwei fehlende Blutwerte. 

Es ärgerte mich, dass dem MDK dies erst nach 3 Wochen aufgefallen ist .... 

Beim Endokrinologen bekam ich glücklicherweise schnell ein Termin, aber auch nur - so vermute ich - weil ich beim Anruf angefangen bin, rumzuheulen, .... das war nicht meine Absicht, aber nachdem die Arzthelferin mir einen Termin in 3 Monaten anbot, kamen die Tränen, ohne das ich es wollte ..... scheinbar hatte sie Mitleid, denn nun fand sie doch noch einen freien Termin in den kommenden Tagen. 

 

Die Werte habe ich nachgereicht am 23. Mai 

 

Und dann ging das bange warten wiede von vorne los und auch meine 5-Wochen-Frist zur automatischen Genehmigung bei Fristablauf begann neu anzulaufen,.... Mist.

 

08. Juni 2016

Wieder brachte mir die Post einen Brief von der Krankenkasse. 

Wieder öffnete ich ihn mit zittrigen Händen. 

Und wieder ..... weder Ablehnung noch Zusage. 

 Sondern eine Einladung zur persönlichen Voorstellung beim MDK - dem medizinischen Dienst der Krankenkasse.

Ups..... 

 

Termin war schon ein paar Tage später. 

Nochmal ups. Und ich musste arbeiten. Mein Chef wusste noch nichts von seinem "Glück" ... 

Ich nahm mir Urlaub und fuhr am

Dienstag, 14. Juni 2016 

zum MDK.

Vorher hatte ich mich schon informiert im WWW, was mich dort erwarten würde .... 

"Die sind gegen dich" , "Die sind megastreng" ,  "Das dauert Stunden, die fragen dich aus bis aufs Blut" , "Die stellen heftige Fragen" ..... usw.... 

Dementsprechend mulmig wurde es mir, als ich vor dem Gebäude stand. 

Und da bereute ich es, nicht jemanden mitgenommen zu haben. 

"Geh nicht alleine zu dem Termin" hatten sie gesagt. Aber so kurzfristig jemanden finden? ....... Hat nicht geklappt. Freunde habe ich keine mehr und meine Familie ist berufstätig. Da wollte ich nicht, dass sie sich für mich frei nehmen müssen.... 

Da stand ich ..... alleine vor dem Gebäude des MDKs ... und es fühlte sich an, als stünde ich vor einer riesigen Schlucht. Ohne Brücke. ..... 

Mir war flau im Magen. 

Nützte ja alles nichts, also rein! 

Es dauerte grnicht lange, da rief mich der Arzt in sein Zimmer. 

Er war nicht nett, aber auch nicht arschig. Sehr neutral. Ist das gut oder nicht?! Oh man ...... was? Hat er mir grad eine Frage gestellt? Ok, aufpassen und konzentrieren ... 

Er wiederholte die Frage und ich endschuldigte mich, dass ich so nervös sei, aber immerhin entscheide er heute über den Rest meines Lebens, da dürfte man wohl nervös sein. Er schmunzelte und nickte. Er SCHMUNZELTE!  Also definitiv Mensch und hat auch menschliche, sympathische Züge. 

Als erstes hat er nach meiner Diätkarriere gefragt. 

Und ich habe es ihm alles aufgezählt. Was ich alles gemacht habe, welche Erfahrungen ich gemacht habe und wie es mir damit ging. Naja, wie es damit ging, sah er ja eigentlich, hat nix funktioniert, im Gegenteil. .... 

Bis dahin war alles ok. 

Ein normales Gespräch. 

Aber dann hat er gefraagt, wie mich mein Übergewicht im Alltag beeinträchtigt. 

Und auch das beantwortete ich ruhig und ebenso sachlich, wie er mir die Fragen gestellt hat. 

Rükenschmerzen, Knie schmerzen, keine Kondition mehr. 

Als ich fertig war, fragte er, ob das alles sei. Und er fragte so, als erwarte er noch etwas. 

Ähm ...... "Möchten sie auch wissen, wie mich das im Sozialleben beeinträchtigt?!" 

Er antworte monton neutral: "Alles, was ihr Übergewicht im Alltag beeinträchtigt. "

 

"Naja " .... sagte ich ...... "Ich ziehe mich immer mehr zurück, gehe garnicht mehr vor die Tür, wenn ich nicht muss. ......und ...... "

 

BÄM ..... da öffneten sich meine Schleusen und die Tränen kamen gefühlt in Ströhmen ...... da wurde mir richtig bewusst, wie sehr mich mein Übergewicht zu Hause eingesperrt hatte ...... 

Ich erzählte weiter von meinen Freunden, die ich nicht mehr hatte, von meinem Job, in welchem ich Probleme habe, von meinen Kindern, mit denen ich nicht spielen kann und so weiter, ....... und dabei weinte ich die ganze Zeit, ..... wofür ich mich entschuldigte, mir war das wirklich unangenehm. 

 

Anschliessend musste ich mich bis auf die Unterwäsche ausziehen 

 

OMG ..... das ist ja was für mich ...... mit meinen Armen versuchte ich, meinen Bauch zu verstecken, aber wie sollen 2 Arme 133 kg Gewicht verstecken? 

Ich fühlte mich so unwohl ...... Er untersuchte mich, ich musste Übungen machen, er bewegte meine Gelenke alle durch und dann ging es noch auf die Waage. 

Ich war total neben mir, weiß ab ungefähr dem Zeitpunkt nichts mehr, ..... 

 

Nur noch, dass ich ihn gefragt habe, wie er entscheiden wird, aber das sagte er nicht, versprach mir aber, das Guchachten noch am gleichen Tag zu meiner Krankenkasse zu schicken, damit ich Entlastung aus dieser Situation des Ungewissen bekäme. 

Was heisst das jetzt?! 

 

Als ich das Gebäude verließ und wieder im Auto saß, war ich durch den Wind. So konnte ich nicht Auto fahren. In der Nähe gab es einen Park an einem Friedhof. Ich fuhr dorthin und blieb dort knapp 2 Stunden, um mich zu beruhigen und mich zu sammeln. Danach aß ich in der Nähe eine Kleinigkeit, ..... und dann fühlte ich mich in der Lage, die 100 km Fahrtweg zurück zu fahren ..... 

 

Zu Hause ärgerte ich mich. Hätte ich mehr jammern müssen, wie weh mir die Knochen tun? Hätte ich mehr betonen sollen, wie motiviert ich bin? Und wieso herrgottnochmal heulte ich die ganze Zeit?! ....... Ich schrieb das ganze ab. Das war nix. So ein Mist. Ich habe es verbockt,....... 

 

An dem Abend weinte ich mich in den Schlaf, zum Glück schliefen die Kinder da schon tief und fest ...... 

 

 Am Freitag, 17.06.2016 bekam ich wieder Post von meiner Krankenkasse.

 

Alle Guten Dinge sind drei, dachte ich .... 

.... die sind aber schnell mit ihrer Absage ..... 

 

Ich öffnete ihn, meine Hände zitterten garnicht mehr so wie bei den anderen beiden Briefen. 

 

Und dann ...... ich las ihn .... las ihn noch einmal ...... 

 

.... las ihn ein drittes mal .... 

 

Nein, das konnte nicht sein ..... 

 

Die Kosten für meine OP werden von meiner Krankenkasse 

 

ÜBERNOMMEN !!!!!! 

 

 

Eine Zusage ....!!!!!! 

 

 

 

 

ES GEHT LOS!